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13.09.2008 - Alarmübung Explosion in chem. Betrieb in Kirchohsen

50 verletzte Personen - mehrere Gefahrstoffe ausgetreten - mehrere Hundert Kräfte im Einsatz!

 

Ein Tag der offenen Tür wurde von der Übungsleitung als Grundlage angenommen, die für eine der spektakulärsten Großübungen in Emmerthal ausgearbeitet wurde.

 

Ein Zulieferfahrzeug soll beim Abladen seiner Gefahrgüter einen Fehler gemacht und so die Explosion ausgelöst haben. Zitronensäure und Ethylacetat liefen aus, das Ethylacetat geriet sofort in Brand. Durch die Druckwelle der Explosion wurden etwa 50 Personen auf dem Gelände verletzt. Eine mobile LKW-Laderampe stürzte auf zwei Personen, mehrere Großbehälter wurden umgeworfen und begruben ebenfalls Personen unter sich. In etwa 100m Entfernung stürzte ein 200L-Faß mit einem hochgiftigen Stoff um, welcher ebenfalls austrat und mehrere Personen verletzte.

 

Um 17:02Uhr wurden die Feuerwehren Kirchohsen und Grohnde, sowie der Intensivtransportwagen (ITW) der DRK-Rettungswache Emmerthal alarmiert. Da von Anfang an von einer großen Zahl verletzter Personen die Rede war, ließ Einsatzleiter Kay Leinemann noch auf der Anfahrt die Alarmstufe auf "Feuer 3" erhöhen. Dies bedeutete Alarm für die Feuerwehren Emmern, Hagenohsen, Ohr und Voremberg. Auch die Besatzung des ITW ließ sofort Großalarm auslösen: Alarm für den leitenden Notarzt, die Schnelleinsatzgruppen der DRK- Katastrophenschutzbereitschaft und die Schnelleinsatzgruppe Rettungsdienst!

 

Beim Eintreffen am Schadensobjekt wurde sofort klar, dass es zwei räumlich getrennte Einsatzstellen gab, an denen jeweils Gefahrgut ausgetreten war und auch Personen verletzt worden waren. Leinemann ließ daraufhin den ABC-Zug aus Marienau alarmieren. Währenddessen begannen die ersten Einsatzkräfte unter Atemschutz mit der Erkundung der Lage. Die Mitarbeiter der Firma Dr. Paul Lohmann standen den Einsatzkräften hierbei wie gewohnt mit Rat und Tat zur Seite. Eine der wichtigsten Aufgaben in der Erstphase war dabei das Löschen des brennenden Gefahrguts und das Kühlen des Tanklagers, damit die Gefahrgutlage nicht noch weiter eskaliert. Alle weiteren verfügbaren Einsatzkräfte begannen umgehend mit der Rettung der verletzten Personen aus dem Gefahrenbereich. Da mehrere dieser Personen mit Gefahrgut in Berührung gekommen waren, mussten sie außerdem dekontaminiert werden. Hier boten die Mitarbeiter der Firma Lohmann ihre Not-Duschen im Werk an, welche von den Einsatzkräften dankend angenommen wurden. Außerdem musste ein Abfließen des Gefahrguts in die Kanalisation verhindert werden. Hierfür hat die Firma Lohmann ebenfalls vorgesorgt: Im Bereich des Tanklagers existiert eine unterirdische Auffangwanne. Mit einem fernsteuerbaren Schieber kann das gesamte Oberflächenwasser aus diesem Bereich in der Wanne zurückgehalten werden. Der Angriffstrupp konnte diese Maßnahme quasi im Vorbeigehen durch Druck auf einen Schalter erledigen.

 

Die nachrückenden Kräfte verteilten sich auf die beiden Einsatzstellen und unterstützten die dort eingesetzten Kollegen. Auf dem Parkplatz gegenüber wurde ein Behandlungsplatz für die Verletzten aufgebaut, in einer Größenordnung, die man so in Emmerthal wohl noch nicht gesehen hat.

 

Da Personal und Material aber immer noch nicht ausreichten, wurden von Gemeindebrandmeister Willi Pflughaupt und vom stellv. Brandabschnittsleiter Ost Thomas Küllig, welche nacheinander die Einsatzleitung übernahmen, weitere Kräfte alarmiert: Die Feuerwehren Latferde, Börry, Esperde, Frenke, Hajen, Amelgatzen, Hämelschenburg und das Team Gefahrgut der Feuerwehr Hameln wurden angefordert. Da der Rüstwagen an anderer Stelle auf dem Gelände gebunden war, wurde zur Befreiung der eingeklemmten Personen unter der LKW-Laderampe das THW angefordert. Mit dieser Vielzahl an Einsatzkräften konnten die Einsatzziele schließlich erreicht werden!

 

Die Feuerwehr Ohr musste zusätzlich noch den Einsatzleitwagen 2 (ELW 2) besetzen und die technische Einsatzleitung bei der Abarbeitung der Übung unterstützen.

 

Bei einer kurzen ersten Nachbesprechung der Führungskräfte in einem der unzähligen Zelte des Behandlungsplatzes, wurde klar, dass es zwar auch Probleme gegeben hatte, aber dass die Einsatzkräfte mit dieser äußerst ungewöhnlichen Lage auch sehr konzentriert und routiniert umgegangen sind. Trotz Personalmangels in der Erstphase ließ sich niemand aus dem Konzept bringen. Die Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Organisationen wurde von mehreren Seiten gelobt. Die Einsatzziele wurden in angemessener Zeit erreicht, größere Fehler wurden nicht gemacht.

 

Die Maßnahmen der Feuerwehren wurden beobachtet von Kreisbrandmeister Frank Wöbbecke und dem stellv. Abschnittsleiter West Jürgen Bitterling, sowie von Jürgen Lohmann und Dr. Uwe Günther von der Geschäftsleitung der Firma Dr. Paul Lohmann und vom Leiter der Technik Reinhard Fabig. Auch die Fachleute der chemischen Industrie zeigten sich mit der Abarbeitung der Großschadenslage auf ihrem Gelände sehr zufrieden.

 

Im Anschluss wurden alle eingesetzten Einsatzkräfte in die Kantine der Firma Lohmann eingeladen, wo die SEG Bad Münder ein schmackhaftes Gyros mit diversen Beilagen und reichlich kalten Getränken für die erschöpften Kameraden bereitgestellt hatte. Dafür an dieser Stelle unser herzlicher Dank - es waren alle begeistert!

Fotos dieser Übung (Zum Vergrößern auf das Bild klicken!)

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